Energie- sparen

Energiesparlampen

Entsorgung macht Probleme

Energiesparlampen enthalten Quecksilber und gehören daher nicht in normale Mülltonnen. Doch für Verbraucher ist es gar nicht so einfach, kaputte Lampen loszuwerden.

Gegenüber klassischen Glühbirnen sind Energiesparlampen Umweltengel: Sie verbrauchen weit weniger Energie und schonen daher das Klima. Folgerichtig verbannen die Länder der Europäischen Union seit 2009 normale Glühlampen aus dem Handel. Bis 2012 sollen alte Birnen aus dem Markt verschwunden und durch energiesparende Modelle ersetzt sein. Doch in den Kompaktleuchtstofflampen, so lautet die korrekte Bezeichnung der Energiesparbirne, wird technisch bedingt das giftige Schwermetall Quecksilber verbaut. Weitere problematische Stoffe in der Glasröhre sind Blei und Chrom. Ausgediente Sparlampen dürfen daher nicht im Hausmüll oder Glascontainer landen – das bestimmt das seit 2006 gültige deutsche Elektro- und Elektronikgerätegesetz. Doch nur etwa jede zehnte Lampe wird nach Schätzungen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) von privaten Verbrauchern auch fachgerecht entsorgt.

Kreislauf kaum organisiert
Zwar steigt die Sammelquote laut Umwelthilfe langsam. „Ausgebrannte Energiesparlampen landen aber bei uns immer noch viel zu oft im Hausmüll“, sagt Franziska Müller von der DUH. Wichtige Gründe dafür: Der Kreislauf ist noch zu wenig organisiert; zudem sind Kunden kaum informiert, wo und wie sie defekte Leuchtmittel abgeben können. Tatsächlich ist die richtige Entsorgung für Verbraucher nicht einfach. Zwar müssen Kommunen kostenlose Annahmestellen etwa in Recycling- oder Schadstoffhöfen einrichten. Und auch Hersteller sind verpflichtet, alte Produkte wieder einzusammeln. Doch anders als bei Batterien läuft die Rücknahme von Energiesparlampen beim Handel bislang noch freiwillig.

Keine Rücknahmepflicht für Handel

Diesen rechtsfreien Raum kritisiert nicht nur die Deutsche Umwelthilfe, sondern auch der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). „Die Bundesregierung muss den Handel gesetzlich verpflichten, ein flächendeckendes Rücknahmesystem aufzubauen und die Verbraucher aktiv zu informieren“, fordert vzbv-Energieexperte Holger Krawinkel. Doch das blockt der Handel bislang erfolgreich ab. Folge: Selbst in größeren Städten finden sich Ende 2011 allenfalls ein paar Dutzend offizielle Annahmestellen – in Berlin sind es rund 50, in München knapp 40, in Essen etwa 20, in Erfurt 14, in Kiel gerade acht und in Schwerin nur vier. Bundesweit gibt es gerade einmal gut 5.300 Sammelorte – und zwar vor allem in DM-Drogeriemärkten, bei der Elektronikkette Conrad oder auch in Filialen von Kaufland und Hagebau. Unter der Internet-Adresse www.lightcycle.de erfahren Verbraucher im Übrigen, wo die nächste Sammelstelle zu finden ist.

Bewusst Rücknahme einfordern

Wer den weiten Weg zum kommunalen Wertstoffhof oder in den Baumarkt scheut, sollte einfach da nachfragen, wo die Energiesparlampen gekauft wurden. So hat die Verbraucherzentrale NRW in einem aktuellen Marktcheck festgestellt, dass rund zwei Drittel der Händler Altlampen auf Nachfrage übernehmen. Hinweisschilder aber gab es nur in jedem zehnten Geschäft, Sammelboxen fast nie. „Wer offen fragt, wird seine kaputten Lampen meist auch los“, bestätigt Franziska Müller. Doch wo die Lampen dann landen würden, sei nicht klar, gibt die DUH-Expertin zu bedenken.

Matthias Kutzscher
3. November 2011

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